Wer wird nun Deine Freiheit schützen?

J. Lang

Du bist jetzt nicht nur meerumschlungen,

Mein Schleswig-Holstein, stammverwandt,

Weit stärker vom Verrath umrungen

Bist Du, o deutsches Bruderland!

Es sterben nicht für Deine Rechte,

Die Deutschen dort im Kampfgewirr,

O nein, sie fielen nur als Knechte

Für einen fetzen Löschpapier. --

Das Meer, das wild an Deinem Strande

Hinbraust, hat so viel Wasser nicht,

Um die an Dir verübte Schande

Zu waschen aus der Weltggeschicht'. --

Und ach, der Stern, der Dir gewogen

In Deiner letzten Zuversicht,

Ist plötzlich nun hinabgegangen

In ew'ge Nacht, -- es losch sein Licht. --

Durch Deutschlands Gauen, tausendtönig

Eilt hin der Schreckensruf der Noth:

"Der allerbeste deutsche König,

Dein Stern der Hoffnung -- Max ist todt!"

So stehst Du nun im Weltgetümmel

Von Lug und Trug so ganz umstellt,

Von keinem Stern am weiten Himmel

Wird Deine Leidensnacht erhellt! --

Und Deutschlands Volk? -- nicht kann's Dir nützen;

Man hat ihm ja gelähmt die Hand -- --

Wer wird nun Deine Freiheit schützen,

Mein armes Schleswig-Holsteinland? --