Wo die Fluten leise ziehen

J. Lang

Wo die Fluten leise ziehen

Und der Wald vom Berge rauscht,

Hab' den alten Melodien

Lang und einsam ich gelauscht.

Manche halb verklungne Weise

Schlug mir wieder an das Ohr,

Aus den Fluten tauchte leise

Manch ein liebe Bild hervor.

Und dein Antlitz, schön vor allen,

Kam mir sacht emporgetaucht,

Und die Luft begann zu wallen

Wie von Lieb und Lenz durchhaucht.

Und vom Walde kam ein Grüßen

Weich und mild, als sängest du

Wieder mir mit deiner süßen

Stimme jedes Leid zur Ruh!