Zur Feÿer die wir heute froh begehen
J. Lang
Zur Feÿer die wir heute froh begehen
Ertöne bebend auch mein schwaches Lied!
Es wird wie Aether zwar im Hauch verwehen,
Doch meine Liebe bleibt die ewig blüht!
Gleichwie die immer grünen Lorbeerkränze,
Die herrlich deine Künstlerstirn umziehn.
Die ewig wie der Tonkunst ew'ge Sterne,
Auch ewig in dem ew'gen Nachruhm blühn!
Es sind heute volle ein und achzig Jahre,
Daß dich der güt'ge Himmel uns geschenkt.
O daß er lang, lang dich noch bewahre,
O daß der Mächt'ge der die Herzen lenkt,
Auch fortan deine Liebe uns erhalte,
Wie sie bisher sich treu an uns bewährt.
Und das der Zeiten-Strom sie nie veralte,
Der Sonne gleich die immer wieder kehrt!
Die schönsten Blüthen in dem Reich der Töne, --
Du hast in fünfzig Jahren sie gepflückt;
Drum ward o Würdigster der Musen-Söhne
Die Brust von deinem König dir geschmückt.
Doch was wir dir die treuen Kinder bringen
Daß sic Theurer! kann kein König dir verleihn.
Wir wollen dich mit Innbrunst fest umschlingen,
Und unsre Herzen dir voll Liebe weih'n!
Laß mich dein ehrbar Haupt umkränzen! --
Laß küssen mich die liebe theure Hand!
Sieh' wie die Thränen, in den Augen glänzen --
Daß ist der Liebe schönstes Unterpfand.
Ich finde keine Worte dir zu sagen!
Was tief bewegt in meinem Busen bebt!
Kom sic an mein Herz, und fühls an seinem Schlagen,
Wie es aus Liebesgluth für dich erbebt!