An seine Freunde

J. Lauer

Bei Freunden unter Scherzen

Flüßt kurzes Leben hin;

Lust quillt aus edlem Herzen,

Trüb' ist der Bosheit Sinn,

Wenn Thoren Freude lügen,

Ist doch ihr Herze leer;

Wohlthätiges Vergnügen

Strömt um den Weisen her.

Den Unmuth flieht die Tugend

Und scheut der Klugheit Hohn:

Ein Alter wie die Jugend

War stets der Weisheit Lohn.

Stets sei für euch, o Freunde,

In mir ein Quell der Lust;

Nur haß' ich selbst am Feinde

Den Gram in seiner Brust.

Ruft einst von meinen Freuden

Der ernste Tod mich ab,

Entronnen allen Leiden

Sink' ich ins stille Grab;

Benetzt es nicht mit Zähren;

Doch sollt ihr es zu weih'n,

Bei meiner Asche schwören,

Wie ich vergnügt zu sein.

Bepflanzt mein Grab mit Rosen

Und schattigtem Jasmin;

Dann blüht mein Staub in Rosen,

Und kühlt euch im Jasmin.

Hold wird die Blum' euch lachen,

Wenn eure Hand sie bricht:

Euch, Freunde, froh zu machen

Sei noch der Asche Pflicht.