Die Geschwister

J. Maier

Es spielt' ein Bruder, sein Schwesterlein,

Am Strande!

Sie suchten zusammen sich blinkende Stein',

Sie suchten sich Muscheln und spieleten fein

Verträglich und friedlich am Strande.

Da kam ein Knabe gefahr'n im Kahn

Zu Strande!

Das Schwesterlein sah ihn verwandelt an,

Ließ fallen die Steine, die Muscheln sodann,

Es winkt' ihn erröthend zum Strande.

Der Knabe trat aus dem Kahn gemach

Zum Strande!

Er führte das Schwesterlein scherzend zum Hag,

Der Bruder, der arme, der sah ihnen nach

Alleine, vergessen am Strande.

Er sprang in den Nachen, erseufzend schwer,

Vom Strande!

"Hinunter den Fluß, nur hinunter zum Meer,

Mein Schwesterlein hat mich gekränket so sehr!"

Er rudert weinend vom Strande.

Nicht lange, so kam sie, bloß der Zier,

Zum Strande!

"Lieb' Bruder, mein Bruder, nun bleib' ich bei dir,

Mir Armen, o Liebster, verzeihe du mir!"

Der Bruder schifft ferne vom Strande.

Sie rufet, sie horchet durch Binsen und Ried

Am Strande!

Der Knabe, der sitzt auf der Klippe und sieht

Verhöhnend hinunter und pfeifet ein Lied,

Die Wogen, sie murren zum Strande.