Ritterliche Liebe
J. Malling
Die Andern brachten Gaben dir um und um,
manches Blümlein hold,
und legten dir zu Füßen das blinkende Gold,
das sie frevelnd den Sternen entwendet.
Hier lieg' ich im Grase, besiegt und stumm.
Wo sind meine Lieder? Hab' keine mehr;
du bist allzu bezaubernd, herrlich und hehr,
dein Liebreiz hat schier mich geblendet.
Sie singen dein Lob in des Schlosses Saal -
gleißend Ton und Wort!
Doch meine Liebe sucht sich den einsamsten Ort,
da singt sie ihr Hoffen und Bangen.
Nicht prunkhafter Flitter ward meine Wahl,
schmucklos ist die Harfe, mein Wams ist nur arm.
Schenktest du einen Blick doch mir, freundlich und warm,
dann stünd' ich in goldenen Spangen.
Dann trät' in den Saal ich mit blankem Schwert,
jäh verstummt' der Sang;
von meiner Harfe tönt' es mit anderem Klang,
den Keiner sollt' wagen zu höhnen.
Lasst sehen, was sind eure Gaben wert?
Gold und Blumen gabt ihr dem strahlenden Weib?
Seht, die Ehre biet' ich ihr, und Leben und Leib,
sie preis' ich in Taten und Tönen!