Alte Burg

J. Marx

Ein alter Maulbeer der am Wegrand steht

blickt nach den Sommerstraßen

verkündend weichen Westen Düfte leis verweht

Wie sehnt sich dort Frau Nachtigall

Die alte Sage segnet herben Sinn

und weckt der Weite Widerhall

Es schließt der Wind die Erker auf und zu

Sind auch des Mädchens Fenster längst vertan,

Es hat die Rose Rast und Ruh.

Was lugt dort an Turm und Kreuz hervor

Ein rötlich Bild vergilbt Im Garten singt der Schwan,

schon winkt der Abend durch das Efeutor.