Herbstabend
J. Marx
Sturmgetön und Herbstestrauer
Klirrt die Scheibe, dröhnt die Mauer,
Sinkt je noch die Dämmrung nieder.
Alte Märchen, alte Lieder
Wagen in der Dämmerstunde
Sich vom Herzen, sich vom Munde.
Und bald schwirren kreuz und quer
Liederseelen um mich her,
Schattenstimmen ferner Zeiten.
Wie sie flügeln, wie sie gleiten,
Wie sie flattern in ihr Grab,
Wenn ich ausgesungen hab.
Doch es wogt die Luft noch lange,
In der dunklen Brust mir bange
Lärmen die Zurückgekehrten.
Und wie glutdurchwogte Gärten
Duften aus verklungnem Lenze
Welke Träume, welke Kränze.