Sonnenaufgang

J. Moeller

Wenn im Schlaf die Blumen nicken

Und der Tau herniederfällt,

Wenn der erste Strahl der Sonne

Rosig grüßt die Frühlingswelt.

Dann, o Herz, kannst du erfassen,

Wie so klein und nichtig ist

All dein Leid, dein töricht Klagen,

Daß du so verlassen bist.

Vögelein, die, kaum erwachet,

Stimmen an ihr frohes Lied,

Von den Wiesen leise wallend

Hoch der graue Nebel zieht. --

Und du hebst den Blick nach oben.

Frieden, Klarheit ringsumher,

Deine Hände leise faltend,

Hast du kein Begehren mehr.