An der Heimath halte fest

J. Molck

Der Du frei von Schmerz und Trauer

In die Welt gewandert bist,

Glaub', daß in der Trennung Dauer

Nie das Scheiden sich vergißt!

Magst Du schön're Lande schauen,

Über Alles halte werth

Deines Mutterlandes Gauen,

Deiner Vater schlichten Herd!

Ist Dir noch ein Herz verblieben,

Das um Deinen Abschied weint,

Fühle fester nur im Lieben

Mit der Heimat Dich vereint!

Sei es, daß, was Du besessen,

Dir ein feindlich Schicksal nahm,

In bekannten Grabcypressen

Leite Dich Dein stiller Gram!

Ewig trage sonder Wanken

Deinen Lieblingsort im Sinn,

Daß du stündlich in Gedanken

Als ein Pilger wallest hin!

Und wenn Alles Dich betrogen,

Wenn Dich Glück und Stern verläßt,

Wenn die Treue Dir gelogen, --

An der Heimat halte fest!