Schlaf wohl
J. Molck
Schlummerst du schon? --
So mögen meines Liedes Küsse
Umwehen dich wie Engelgrüße,
Mit leisem Ton.
Sie tragen sanft mein Bild dir zu;
Schlaf wohl, mein Liebchen, in Himmelsruh!
Schlummerst du schon?
Dem Thor der Nacht entwallen Herden
Der Sterne, Luna sucht auf Erden
Endymion.
O wende deinen Blick mir zu;
Schlaf wohl, mein Liebchen, in Himmelsruh!
Schlummerst du schon? --
Und träumst von Myrth' und Rosenblüthen,
Die bräutlich dir zum Kranz sich bieten
Der Treue Lohn?
Von Paradiesen träume du!
Schlaf wohl, mein Liebchen, in Himmelsruh!
Schlummerst du schon? --
Und Nachtigall hat noch voll Klagen
Ein Lied der Rose vorzutragen,
Und flötet schon.
O wär' ich Sprosser, Rose du!
Schlaf wohl, mein Liebchen, in Himmelsruh!
Schlummerst du schon? --
Wie, oder lauschtest du dem Sange?
Die Liebe baut aus Lied und Klange
Sich einen Thron.
Schließ deine Sternenäuglein zu!
Schlaf wohl, mein Liebchen, in Himmelsruh!