Dezember

J. Móry

Das sonnenlose dämmern dieser Tage

Ist voll geheimer Güte. Alles Weh,

Das Licht und Wärme scheut, und alle Klage

Wird nebelzart, frostkühl und lind wie Schnee.

Wie aufgelockert sind die harten Herzen,

Und auf dem allerärmsten Angesicht

Liegt es wie Glanz von blauen Weihnachtskerzen.

Ja, selbst das tiefste Dunkel träumt von Licht!

Und keiner ist, der sich so sehr verloren,

Daß er diesen Tagen nicht erwacht,

In jedem Herzen wird der Christ geboren,

Und jeder feiert seine heilige Nacht.