Frühling

J. Müller-Hermann

Bald schreiten Mädchen auf den hellen Wegen,

und in dem Schreiten schläft ein süßer Tanz,

und wie ein Träumender vor Morgengrauen,

so rührt er sich und will so bald erwachen,

und ihre weißen Kleider wiegen schon,

und klingend steigt ein zierliches Gelächter

und schlingt mit leisen Lüften Ringelreihen,

und Kähne gleiten auf dem bunten Flusse,

und alle Ruder tauchen schlank und lustig,

und Tropfen sprühen ab und glüh'n wie Lichter,

und Flammen laufen über alle Wasser.

Und langsam hebt den Flug ein klarer Schwan,

zu baden seine Brust im Glanz der Bläue,

er breitet Schwingen, einer Ruhe gleich,

und hebt den Flug und schwimmt und glüht und schwindet

in goldne Stille auf: und alle Menschen

sind licht und schön wie Kinder, welche spielen.