Herbsttraum

J. Pache

Es war ein Traum, doch träumt' ich schön,

umweht von Frühlingsdüften,

von Sonnengold und Luftgetön'

und Lerchen in den Lüften.

Die Quelle plätscherte so laut,

die Linde rauschte leise,

das ganze Weltall tönte laut

die uralt ew'ge Weise.

Das hohe Lied: Ich liebe dich

und will dich nimmer lassen,

du sangst es auch und küsstest mich

in wonnigem Umfassen.

Der Traum ist aus, ich bin erwacht,

es steht die Welt in Schweigen;

verschwunden ist die Frühlingspracht,

Herbstnebel brodelnd steigen.

Entblättert ist der Lindenbaum,

die Lerchen fortgezogen,

der Quelle Rieseln hört man kaum,

die Lüfte sind verflogen!

War ich vielleicht zu stolz im Traum

auf dich und zu vermessen?

Ich bin allein im weiten Raum,

denn du hast mich vergessen!