Die Jägerbraut
J. Raff
Im kühlen Waldesdunkel,
da sitz' ich träumend allein,
durchs grüne Laub mit Gefunkel
fließt Abendsonnenschein.
Wie singen doch heut' Abend
die Vögel so wunderbar!
Wie klagend rauscht am Weiher
des Schilfes grünes Haar.
Auch ich beginne zu klagen
ob meiner Einsamkeit.
O Liebster! Schon schlug die Stunde,
und du bist noch so weit.
Still! Hör' ich nicht in der Ferne
seines Waldhorns süßen Klang?
Oder ist es das Windesrauschen,
oder späten Wand'rers Sang?
Nein! Das ist nicht Windeswehen,
kein Wand'rer singet so traut.
Das ist mein Liebster, der Jäger,
er ruft seine Jägerbraut.
Fliegt zu ihm, ihr Vögel!
Sagt, wo er mich finde,
verratet mein Harren ihm,
flüsternde Winde!
Schon nah'n die Klänge
bald lauter und bald leiser:
Trara, lalala,
ich kenn' die Weise.
Wie rauscht es im Laube!
Ich höre sein Schreiten,
bald wird er entgegen
die Arme mir breiten!