Feenruf
J. Raff
Du Kindlein der Erde mit goldenem Haar,
Dein Herz ist zu rein und dein Auge zu klar,
Komm fort von den Wesen in Menschengestalt:
Die Lippen sind warm und die Herzen sind kalt.
Komm mit, lieb Kind,
Komm mit uns zum Feeenpalaste geschwind!
Mit unserer Königen gehst du zum Tanz,
Wenn das Mondlicht streuet den silbernen Glanz,
Süß murmelt darein der Musik Melodie,
Und süßere Klänge vernahmst du noch nie.
Komm mit, lieb Kind,
Komm mit uns zum Feeenpalaste geschwind!
Dir keltr' ich aus Kelchen der Blumen den Wein,
Dir bring' ich den Honig der Bienen allein,
Dir schmück' ich ein zierliches Lager, mein Sohn,
Von schwellendem Moos und von glänzendem Mohn.
Komm mit, lieb Kind,
Komm mit uns zum Feeenpalaste geschwind!
Dann naht dir der Schlaf mit unhörbarem Tritt,
Und Träume, die lieblichsten, bringt er dir mit,
Und endet ihr Reich, wenn der Morgen beginnt,
Heißt Freude dich wieder willkommen, mein Kind.
Komm mit, lieb Kind,
Komm mit uns zum Feeenpalaste geschwind!