Frühling auf dem Lande

J. Raff

Und wenn die Primel schneeweiss blickt

am Bach aus dem Wiesengrund,

und wenn von Baum die Kirschblüth' nickt,

und die Vöglein pfeifen im Wald allstund,

da flickt der Fischer das Netz in Ruh,

denn der See liegt heiter im Sonnengranz;

da sucht das Mädel die rothen Schuh,

und schnürt das Mider sich eng zum Tanz,

und denket still, und denket still,

ob der Liebste nicht kommen will.

Es klinget die Fidel, es brummt der Bass,

der Dorfschutz sitzet im Schank beim Wein,

die Tänzer dreh'n sich ohn'Unterlass

an der Lind' im Abendschein,

und geht's nach Haus um Mitternacht,

Glühwürmchen trägt das Laternchen vor

da küsset der Bube sein Dirnel sacht,

und sagt ihr leis' ein Wörtchen in's Ohr,

sie denken beid', sie denken beid':

O du selige, fröhliche Maienzeit!