Jägerleben
J. Raff
Wenn der Morgen grauet, da ziehn wir zu Wald,
Den edlen Hirsch zu erjagen.
Das Hüfthorn schmettert, die Büchse knallt.
Die Finken und Drosseln schlagen,
Es duften die Fichten, es knarret der Äst;
Der Wald, der Wald ist des Jägers Pallast.
Wenn die Kugel geworfen den flüchtigen Hirsch,
Wenn Mittags die Saaten erglühen,
Da ruhen wir aus von der lustigen Pirsch,
Wo Blumen am Bache erblühen;
Es kreiset im Becher das flüssige Gold;
Der Wein ist des Waidwerks köstlicher Sold.
Wenn der Mond erscheint zu nächtiger Stund',
Ziehn heim wir mit fröhlichen Herzen;
Dann lacht uns entgegen ein lieblicher Mund,
Er lohnt uns mit Küssen und Scherzen.
Der Wald und der Wein und die Lieb' in der Brust
Sind des Jägers Leben, des Jägers Lust.