Sternenfriede

J. Raff

Wer möchte da oben bei euch nicht sein,

ihr stillen, friedlichen Sterne?

Da ist es so ruhig beim klaren Schein,

vom irdischen Treiben ferne.

Bei euch, ihr Wand'rer im himmlischen Licht,

da fühlt man die Bürde des Lebens nicht.

Da unten wallet des Wechsels Macht.

Mag auch die Sonne dir scheinen;

bald wirst du in tiefer Unglücksnacht

nach Rettung vergeblich weinen;

da oben, da waltet, ewig gleich,

ein himmlischer Friede im Sternenreich.

Du freu'st dich des Lenzes: er schmückt die Welt,

doch mag er nicht lange hier hausen;

der Sommer verglüht, und herbstlich fällt

das Blatt, und Stürme erbrausen.

Was kümmert's, ob Blüthe, ob Schönheit flieh'n,

die in ewiger Schöne am Himmel glüh'n?

Beim heil'gen Schweigender einsamen Nacht,

ihr stillen, friedlichen Sterne,

wie ruhig mit euch, mein Auge wacht,

schaut nach der glücklichen Ferne.

Wie sehnt sich mein Herz in den himmlischen Schein,

mit Sel'gen im Bunde bei euch zu sein!