Winterlied

J. Raff

Mir ist leide,

daß der Winter beide

Wald und auch die Heide

Hat gemachet kahl,

Sein Bezwingen

Läßt nicht Blumen entspringen

Noch die Vöglein singen

Ihren viel süssen Schall.

Also verderbet mich ein selig Weib,

Läßt mich matt

Ohne Rath

Den sie hat

Des zergaht

An Freuden gar mein Leib.

Meine Schwere

Bald erlöst ich wäre

Wenn ich zur Süssen kehre.

Sie schaue ohne Leid,

Die viel Here

Hat Schöne, Zucht und Ehre,

Der Wunsch und wohl noch mehre

Liegt an ihr, alle Freud:

Ros'ge Wängel, Mündel roth sie hat,

Gelb Haar lang,

Kehle blank,

Seiten schlank,

Mein Gedank

An ihr viel hohe stath.

Ich will singen,

Meinen Dienst ihr bringen,

Es mag mir gelingen

Daß ihr Zorn kann brechen,

Sie kann machen

Traurig Herze lachen,

Grosse Sorge schwachen,

Würde mir ihr werther Gruß zu Theil

Seht, fürwahr,

Offenbar,

Meine Jahr

Würden gar

Ganz ein Freuden-Heil.