AusEuphrosyne

J. Reichardt

Felsen stehen gegründet, es stürzt sich das ewige Wasser

Aus der bewölkten Kluft schäumend und brausend hinab.

Fichten grünen so fort, und selbst die entlaubten Gebüsche

Hegen, im Winter schon, heimliche Knospen am Zweig.

Alles entsteht und vergeht nach Gesetz; doch über des Menschen

Leben, dem köstlichen Schatz, herrschet ein schwankendes Los.

Nicht dem blühenden nickt der willig scheidende Vater,

Seinem trefflichen Sohn, freundlich vom Rande der Gruft;

Nicht der Jüngere schließt dem Älteren immer das Auge,

Das sich willig gesenkt, kräftig dem Schwächeren zu.

Öfter, ach verkehrt das Geschick die Ordnung der Tage;

Hülflos klaget ein Greis Kinder und Enkel umsonst,

Steht, ein beschädigter Stamm, dem rings zerschmetterte Zweige

Um die Seiten umher strömende Schloßen gestreckt.