Licht und Wärme

J. Reichardt

Der bessre Mensch tritt in die Welt

Mit fröhlichem Vertrauen,

Er glaubt, was ihm die Seele schwellt,

Auch ausser sich zu schauen,

Und weiht, von edlem Eifer warm,

Der Wahrheit seinen treuen Arm.

Doch alles ist so klein so eng,

Hat er es erst erfahren,

Da sucht er in dem Weltgedräng

Sich selbst nur zu bewahren,

Das Herz in kalter stolzer Ruh

Schliesst endlich sich der Liebe zu.

Sie geben, ach! nicht immer Glut

Der Wahrheit helle Strahlen,

Wohl denen, die des Wissens Gut

Nicht mit dem Herzen zahlen.

Drum paart zu eurem schönsten Glück

Mit Schwärmers Ernst des Weltmanns Blick.