Winter-Lied

J. Reichardt

Düst're Nebel ziehen,

Flocken fallen nieder,

Und der Vögel Lieder

Schweigen auf der Flur.

Mag der Sommer fliehen,

Herbst und Winter kommen:

Wir sind nicht beklommen,

Trauert gleich die Flur.

Frost durchdringt die Erde

Und die Flüsse starren,

Wagenräder knarren,

Dick mit Eis belegt.

Daß es Eisbahn werde,

Ist uns schon gelegen,

Schlittschuh soll sich regen,

Flink und rasch bewegt.

Wenig scheint die Sonne,

Nacht kommt früh hernieder,

Spät der Morgen wieder,

Der nur Nebel streut.

Sei's; noch gibt's viel Wonne,

Fröhliche Gesichter

Sehn des Christbaums Lichter.

Freut euch nur der Zeit!