Der Abend

J. Rinck

Die stillen Abendstunden,

wie schnell sind sie entschwunden

in häuslich froher Ruh'!

Nun senkt die Nacht sich nieder

und drückt uns allen wieder

mit sanfter Hand die Augen zu.

O lasst uns ihn erwägen,

den unverdienten Segen,

den uns der Tag gebracht.

Lasst uns von Dank entbrennen

und tief gerührt bekennen:

Der Herr hat alles wohl gemacht!

Du hast, o Gott der Gnade,

auf segensvollem Pfade

uns bis hierher geführt.

Nicht uns, nur dir sei Ehre!

Ein jeder Tag vermehre

in uns den Dank, der dir gebührt!

Der Schlaf, den du den Müden

nach Tages Last beschieden,

auch er sei dir geweiht!

Wir schlummern ohne Sorgen,

denn du erweckst uns morgen

hier oder in der Ewigkeit.