An L.
J. Rufinatscha
Oft wandelt' ich in lichter Frühlingsau,
Von Blumen band ich Kränze roth und blau
Zu schmücken deine Stirn mit ihrer Pracht:
Ich hab' an dich gedacht!
Dann stand ich wieder auf der Alpen Schnee,
Ein düstrer Schütz', im Busen tiefes Weh,
Stechpalmen pflückt' ich an des Abgrunds Schacht:
Ich hab' an dich gedacht!
Dann lag ich wieder, wo die dunkle Flut
Des Alpensees bei Silberlilien ruht,
Und blickt' hinaus in Dämmerung und Nacht:
Ich hab' an dich gedacht!
Nun bin ich krank, die Kraft der Sehne dorrt,
Es reicht von mir, es reicht zu dir kein Wort,
Du schlummerst süß, wenn noch mein Auge wacht:
Ich hab' an dich gedacht!
Und wenn vom Mund der letzte Seufzer dringt,
Im letzten Kampfe Stoff und Leben ringt,
Strahlt noch dein Bild durch Todesschauer hehr:
O sprich, was willst du mehr?