Bitte der Liebe
J. Rufinatscha
Ein süß' Geheimniß tief mein Busen hegt;
Für immer einsam, tritt es nur an's Licht,
Wenn an dein Herz mein Herz erwidernd schlägt -
Sonst wie zuvor bricht es sein Schweigen nicht.
Im Innern hier mit matter Flamme kämpft
Ein Grablicht, ewig - aber ungeseh'n,
Dem auch Verzweiflung nicht die Strahlen dämpft,
Die zwar vergebens nur, wie nicht besteh'n.
O meide nicht mein Grab einst! denke mein,
Denk', wessen Staube sich dein Fuß genaht!
Ach, unerträglich müßte für mich sein
Der Gram, daß mich dein Herz vergessen hat.
Vernimm mein wärmstes - schwächstes - letztes Fleh'n!
Die Tugend billigt Leid um Todte schon -
Laß' - mehr nicht - dann nur e i n e Thräne seh'n,
Für so viel Liebe letzter - einz'ger Lohn!