Lied des Troubadour

J. Rufinatscha

Wässerchen rinnen

und schwätzen so süß

mit den Blümchen der Wies'.

Vögelein singen

und weben den Sang

wie Silberklang.

Lüftchen vom Hügel,

mit Geisterflügel

umweht ihr den Sinn,

und führt ihn dahin.

Schimmernde Sterne

aus zitternder Ferne

auf luftiger Bahn,

ach zieht mich hinan!

Wässerchen rinnend,

Vögelein spinnend

den süßen Gesang

wie Silberklang.

Lüftchen am Abend,

Seele labend,

schimmernde Sterne

aus zitternder Ferne,

Heil'ge Natur!

Mehr als das Leben,

mehr als sich selbst,

liebt dich der Troubadour!

Doch kennt er noch Eines,

's ist gar so hold und so süß,

mehr als die Blümchen der Wies',

als der Vöglein Gesang

am Ufer entlang,

mehr als das Schwätzen

der Wässerchen all,

mehr als die Lüftchen im Tal.

Die Sterne, die bleichen,

die mögen zunächst ihm gleichen,

das liebt der Troubadour

noch mehr als dich,

heil'ge Natur!