Viel Sorgens und Sehnens
J. Rufinatscha
Viel Sorgens und Sehnens im kranken Gemüth!
Es flieht mir die Jugend, die Erde verblüht - -
Nur Eines ist stets, was die Welt noch verklärt,
Und das ist des Sorgens und Sehnens wohl werth!
Es ringet die Seele in blutigem Schmerz
Aus Kämpfen der Erdenwelt himmelwärts - -
Nur Eines noch, Eines noch hält sie zurück,
Und das ist des Lebens beglückendstes Glück!
Die Weisheit, so Reichthum und Ehre verschmäht,
Sie sucht nach dem Einen, das sie nur versteht - -
Dieß Eine, wenn's Herz in dem Busen auch bricht,
Verrathen die Lippen dem Fragenden nicht!