Zigeuner-Ballade

J. Sachs

Zigeunergelade, Zigeunergetrieb',

Des Nachts bei Nebel und Wind!

Du schwarzbraunes Mädel, wie hab' ich dich lieb',

Wie lieb' ich dich, schwarzbraunes Kind!

Meine Schulter bedecket das Wolfes Bließ,

Mein Haar ist zottig und wirr,

Doch Lieder dir sing' ich, noch schöner als dies,

Zur Mandoline Geschwirr.

Ich singe dir von Hispania vor,

Wo jährlich mit goldenem Schein

Der Frühling bricht durch's zerfallene Thor,

Bekränzend das wüste Gestein.

Auch von Italien singe ich dir,

Von Myrthen und Lorbeer'n grün,

Der Maulthiertreiber mit seinem Thier

Zieht über die Berge kühn.

Und wenn wir kommen nach Engeland,

So kehren wir fröhlich ein

Beim lustigen Wirthe zum Hosenband,

Der Porter schenket und Wein.

Doch Liebchen, doch Liebchen, wie rauschen so sacht

Die Wälder auf deutschem Gebiet!

Wachtfeuer im Walde die ganze Nacht,

Dazu ein heimliches Lied!

In Deutschlands Wädern sich's friedlich ruht

Bei Schneegestöber und Wind;

Du schwarzbraunes Mädel, wie bin dir gut,

Wie lieb' ich dich, schwarzbraunes Kind!