Herbstlied an die Hellenen

J. Schröfl

Der frohe Herbst versinkt,

verwelkt entfallen nun die Blätter,

der Purpursaft der Rebe winkt,

die Becher leert auf's Wohl der Retter.

Der Helden all zu Land,

zur See: frey leben die Hellenen.

Es glänzt der türk'schen Schiffe Brand,

zur Wonne macht er Hellas Thränen.

Auf die Erinn'rung trinkt,

der in dem Kampf gesunken Helden!

Der Körper in die erde sinkt,

die Seele schwebt zu ew'gen Welten.

Sie leben ewig dort, und ewig

Lebt ihr Ruhm auf Erden.

Verbreiten wird er sich an jeden Ort,

vergessen werden die Beschwerden.

Und ihnen trinket jetzt,

die kämpfend hülfreich sich bewiesen,

der Edlen Lob hallt bis zuletzt

aus ihrem blute Lorbeer spriessen.

Den Becher wieder leert,

mit Kraft der Siegsgesang erschalle.

Bey Wein und Lied die Tapfern ehrt:

Hoch leben die Hellenen alle!

Es flieht der Herbst, doch blinkt

der Lenz nur schöner nach dem Winter;

nach Knechtschaft Freyheit: Freunde trinkt,

befreiet bleiben Hellas Kinder.