Beherzigung

J. Schulz

Warum sind der Thränen

Unterm Mond so viel?

Und so manches Sehnen,

Das nicht laut seyn will?

Nicht doch, lieben Brüder!

Ist dies unser Muth?

Schlagt den Kummer nieder,

Es wird alles gut!

Aufgeschaut mit Freuden,

Himmelauf zum Herrn!

Seiner Kinder Leiden

Sieht er gar nicht gern.

Er will gern erfreuen;

Und erfreut so sehr!

Seine Hände streuen,

Segen gnug umher.

Nur dies schwach' Gemüthe

Trägt nicht jedes Glück,

Stößt die reine Güte

Selbst von sich zurück.

Wie's nun ist auf Erden,

Also sollt's nicht seyn.

Laßt uns besser werden:

Gleich wird's besser seyn.

Der ist bis zum Grabe

Wohl berathen hie,

Welchem Gott die Gabe

Des Vertraun's verlieh.

Dem macht das Getümmel

Dieser Welt nicht heiß,

Wer getrost zum Himmel

Aufzuschauen weiß.

Sind wir nicht vom Schlummer

Immer noch erwacht?

Leben und sein Kummer

Dau'rt nur Eine Nacht.

Diese Nacht entfliehet,

Und der Tag bricht an,

Eh' man sich's versiehet; -

Dann ist's wohlgethan.