Chor
J. Schulz
Vor dir, o Ewiger, tritt unser Chor zusammen:
Vor dir, der höher ist, als aller Engel Namen.
Wie heilsam ist's, vor dir empfindungsvoll zu stehn,
Und dich mit Einem Mund lobsingend zu erhöhn!
Erheb' ihn hoch, der Herrn, du frohe Schaar der Frommen!
Laß rein dein Jubellied zu seinen Ohren kommen!
Er merkt auf deinen Dank; wenn gleich um seinen Thron
Der ganze Himmel singt, dem Vater und dem Sohn.
Allmächtiger, es sey von aller Menschen Zungen,
Vom Staub hinauf, dir Preis und Dank und Lob gesungen.
Wer ist, der deine Macht, Unendlicher, versteht?
Wir stehn mit tiefem Schaur vor deiner Majestät.
Es hängte deine Hand den Erdenball ins Leere,
Mit seiner Berge Last, mit seinem offnen Meere.
Dein Wort der Macht hieß ihn, sich um sich selber drehn,
Und mit der Sterne Heer in stiller Ordnung gehn.
Nach deinem Wink geht er in stetem Gleichgewichte,
Tränkt täglich um und um sich mit dem Sonnenlichte,
Verrückt sich um kein Haar, geht immer seine Bahn,
Fängt, wenn er sie beschließt, sie wieder fornen an.
Du, Vater, schufst die Luft, durchsichtig, gleich Krystallen;
Sie leiht des Lebens Hauch allgegenwärtig allen,
Und macht den Strahlen Pfad, die, schneller als der Wind,
Durch deiner Schöpfung Reich der Sonne Boten sind.
Du schiessest deinen Blitz; und alle Helden zittern.
Gehst du bei schwüler Luft in schwarzen Ungewittern,
Gehst du im tiefen Thal und auf dem grauen Meer,
Dann bebt der Erde Grund vor dir, Unendlicher.
Doch bringt der Welt dein Blitz, dein Donner tausend Segen,
Aus Donnerwolken strömt uns Fruchtbarkeit entgegen.
Du bist die Liebe stets: die Erde weit und breit
Ist voll von deiner Macht, voll deiner Gütigkeit.
Der Frühling kömmt herab mit anmuthreichen Blicken,
Streut Blumen um sich her, und giesset sein Entzücken
In unsrer Erde Schooß mit holder Pracht herab,
Auf jegliches Geschöpf, dem Gott Empfindung gab.
Du füllst des Landmanns Arm mit reifen vollen Halmen,
Mit Freude seine Brust, und seinen Mund mit Psalmen.
Du heist die Wüsteneyn und harten Felsen blühn,
Und schmückst die ganze Flur mit schattenfarbnem Grün.
Sey hochgelobt von uns, du Herr der Weltenheere!
Von unserm Chor hinauf in deiner Engel Chöre
Schall unser Lobgesang nie ohne Dankgefühl!
Laut preise dich die Harf' und unser Saitenspiel!