Das Mädchen vom Lande

J. Schulz

Ein Mädchen vom Lande

Hat so mir den Text

Gelesen, ihr Götter,

Hat so mich behext,

Daß wenn ihr nicht wolltet,

Ihr Götter, wie ich,

So wär' es geschehen,

Ihr Götter, um mich!

Es wollte nicht leiden,

Ihr nahe zu stehn!

Es sagte gar trotzig:

Ich sollte doch gehn!

Es sagte die zornigen

Worte so keck,

Und machte mir Mienen,

Als wär' ich ein Geck!

Ich will ja nichts Böses,

Ihr Götter! Ich will

Das Mädchen vom Lande

Soll seinen Myrtill,

Den zottigen Schäfer,

Vertauschen mit mir;

Ich schicke ja wahrlich

Mich besser zu ihr!

Das Mädchen vom Lande

Hat Augen so schön,

So hab' ich in Städten

Noch keine gesehn!

Das Mädchen vom Lande

Hat Zähne so weiß,

Man darf sie nur sehen,

So wird man schon heiß!

Das Mädchen vom Lande

Hat Sitten so fein,

Es könnte ja wahrlich

Nicht artiger seyn!

Ihr Götter, ich bitt' euch,

Mit Zucht und mit Zier:

Das Mädchen vom Lande

Gebt Keinem, als mir!