Der Siegesfürst
J. Schulz
Erhöhet die prächtigen Pforten!
Erweitert mit Jauchzen die Thore der Welt!
Das Reich ist nun Gottes. Nun ruhen die Kriege;
Er naht sich, der König, der Held!
Er naht sich. -- Der siegende Tod wird zu schanden;
Er weis't uns vergeblich sein drohendes Grab;
Es fallen den Knechten des Todes die Banden
Von zitternden Hände herab.
Sie tragen, für Fesseln, jetzt fröhliche Palmen,
Und Hoffnung umströmet, für Seufzer, die Brust.
Das Heulen der Kerker verkehrt sich in Psalmen,
Den Kummer verjaget die Lust.
Die Bothen der ewigen Herrlichkeit eilen,
Sie bringen Versöhnung und himmlische Pracht.
Wie Blitze die schüchternen Wolken zertheilen,
Zertheilt sich die trauernde Nacht.
In stiller Empfindung dringt, nahe den Schmerzen,
Unfaßliche Wollust in Thränen herfür
Voll mildester Zärtlichkeit schmelzen die Herzen,
Voll, holder Erlöser, von dir.
Dich, Heiland, dich suchet der Frommen Bestreben,
Wie fest um den Ulmbaum der Weinstock sich schlingt.
Dir folget die Liebe durch Tod und durch Leben,
Die Liebe, die Alles bezwingt.