Hymne für die Deutschen in Rußland, am 1242 Merz (An den Kaiser Alexander)

J. Schulz

am 12./24. März

Hoch sei der Tag des Heils gesungen,

Der neu verklärt den Kaiserthron;

Ihm tön entflammt von tausend Zungen

Der Herzen Jubelton.

Du, den aus Nacht mit jungem Glanze

Dein Volk wie Frühling steigen sah,

Dich segnen wir! Dich segnet rings die ganze

Ruthenia.

Hin von dem Belt zu Sinas Meere,

Vom kalten Oby zum Euxin,

O schau die weiten Länderheere;

Sie dämmern auf und blühn.

Rings, ungezählt an Sprach und Sitten,

Erschallt dein Reich von Lust und Dank.

Dich segnen wir! Rings weihn Paläst und Hütten

Dir Lobgesang.

Heil, Alexander! tönet alles:

Du kommst, von unserm Gott gesandt;

Du kommst, und froh des Jubelhalles

Empfängst du Meer und Land.

Dir sind vertraut die Millionen

Vom Weingefild hinauf zum Pol.

Dich segnen wir! Wir, deine Kinder, wohnen

In Fried und Wohl.

Du überstrahlest Groß' und Kleine,

Gerecht ohn Ansehn, weis und mild,

Gleich weitergoßnem Sonnenscheine,

Du, Gottes Ebenbild.

Will wo Verrat und Dünkel schwärzen,

Du breitest Licht von deinem Thron.

Dich segnen wir! Du schirmest aller Herzen

Religion.

Hold mit der Weisheit spielt die Schöne

Der Musenkunst in deinem Glanz,

Sie nähren Tat durch süße Töne

Und winden ihr den Kranz.

Rasch im Betrieb auch lebt und webet

Dein Reich voll junger Zucht umher.

Dich segnen wir! Erfindungseifer strebet

Durch Land und Meer.

Tönt überall, ihr seine Kinder,

O tönt dem Vater Festgesang!

Um Feldfrucht feirt der Garbenbinder,

Die Stepp um Milch und Fang.

Auch der Sibirer singt und Lette:

»Du schöner Jahrstag, schein uns oft!« --

Dich segnen wir! Froh schüttelt selbst die Kette

Der Sklav und hofft.

Leb, Alexander! leb uns lange!

So flehn wir noch als Greise spät.

Es leb, ertön im Saitenklange,

Es leb Elisabeth!

Schaut des entzückten Volks Gewimmel,

Das willig darbeut Hab und Blut.

Euch segnen wir! Euch segne Gott vom Himmel

Und eigner Mut!