Iris
J. Schulz
Schön sind Rosen und Jasmin,
Wenn sie noch im Lenzen
Unberührt am Strauche blühn,
Und von Thaue glänzen:
Aber schöner noch, als die,
Blühen Iris Wangen;
Keusche Liebe färbte sie.
Selig, wem sie prangen!
Sanft und lieblich ist der West:
Thal und Aue lächelt,
Wenn er an der Flora Fest
Ihre Kinder fächelt;
Aber sanfter dünken mich
Worte meiner Schönen:
Ohr und Herz erlaben sich.
Selig wem sie tönen!
Süß ist frisch gepreßter Most
Aus den reiften Trauben;
Süß der kleinen Bienen Kost,
Die sie Blumen rauben:
Aber süßer ist der Kuß,
Den mir Iris giebet,
Den kein dritter sehen muß.
Selig, wen sie liebet.