Rundgesang für die Treuen des Zirkels
J. Schulz
Wir trinken, kühl umschattet,
Den Rebensaft;
Und Seel' an Seele gattet
Magnetenkraft!
Rundum, wie Klett' an Klette,
Schlingt fest die Zauberkette!
Chor.
Ach! unterm Mond' ist mancherlei,
Wovon nichts träumt die Träumerei
Filosofei!
Magnetisch braust im Glase
Der Wein, und perlt,
Von schwindelnder Ekstase
Wie umgequerlt!
Schlürft ein; und süßer Wirbel
Durchdröhn' uns bis zur Zirbel!
Chor.
Ach! unterm Mond' ist mancherlei,
Wovon nichts träumt die Träumerei
Filosofei!
Das Wasser selbst macht trunken
Von Seligkeit,
Hat Glaubenshand den Funken
Hineingestreut;
Doch weiht sie Wein, dann höht er
Wie Blitz den Geist zum Äther!
Chor.
Ach! unterm Mond' ist mancherlei,
Wovon nichts träumt die Träumerei
Filosofei!
Frech magst du schrein und lästern,
Du Atheist!
Trotzt, Brüder, trotzt, ihr Schwestern,
Dem Antichrist!
Wir hegen Lieb' und Glauben,
Einfältig gleich den Tauben!
Chor.
Ach! unterm Mond' ist mancherlei,
Wovon nichts träumt die Träumerei
Filosofei!
Nennts immer hyperbolisch,
Ihr Herrn, und klaft!
Uns dünkt sie apostolisch,
Die Wunderkraft!
Wir sind, wie ächte Beter,
In Demut Wunderthäter!
Chor.
Ach! unterm Mond' ist mancherlei,
Wovon nichts träumt die Träumerei
Filosofei!
Ihr träumt; wir sehn in Klarheit!
Dank, Meßmer, dir!
Wir sehn mit Gaßner Wahrheit,
Und Püysegür!
Wir traun auf deine Bude,
Cagliostro, ew'ger Jude!
Chor.
Ach! unterm Mond' ist mancherlei,
Wovon nichts träumt die Träumerei
Filosofei!
Zeugt's, Schwestern, sanft bekrabbelt
Um Hüft' und Brust,
Wie hold ihr zuckt und rabbelt
Vor Seelenlust!
Wie drängt euch wahrzusagen
Der sechste Sinn im Magen!
Chor.
Ach! unterm Mond' ist mancherlei,
Wovon nichts träumt die Träumerei
Filosofei!
Ihr guckt euch bis zum Zwinger
Der Seel' hinein,
Und lest mit zartem Finger,
Nur nicht Latein;
Ihr heilt, und meßt die Dauer,
Und blinzt durch Thür' und Mauer!
Chor.
Ach! unterm Mond' ist mancherlei,
Wovon nichts träumt die Träumerei
Filosofei!
Ha, schaut! wie Regenbogen,
Blüht Zauberglanz,
Magnetisch hergezogen,
Um unsern Kranz!
Trinkt aus, ihr Glaubensjünger!
Und auf den Mund den Finger!
Chor.
Ach! unterm Mond' ist mancherlei,
Wovon nichts träumt die Träumerei
Filosofei!