Ständchen
J. Schulz
Trallara dideldumla trallara tralla!
Auf, Mädchen, erscheine, dein Liebster ist da!
Ach, keine Gespenster!
Komm', öffne das Fenster!
Laß rauschen den Vorhang; dein Liebster ist da!
Trallara dideldumla trallara tralla!
Es laden aus der Linde Gerüche dich ein,
Es leuchtet das Würmchen mit grünlichem Schein,
Es glänzen die Erlen
Von thauigen Perlen,
Es beben die Sternlein im wallenden See,
Es duftet aus den Auen von ferne der Klee.
Es steiget aus Gewölken dort Luna empor
Im strahlenden Schleier von silbernem Flor.
O Mädchen, erscheine
Im mondlichen Scheine!
Mir lächelt die Görtin mit freundlichem Schein;
Sie lächelt mir vergebens, ich harre ja dein.
Es hält dich, o Geliebte, mit schüchternem Blick
Und rosigen Wangen die Scham nur zurück;
Mit purpurnen Fädchen
Umspinnt sie mein Mädchen;
Sie raubet mir Freuden, und spinnet mein Glück;
Ich walle, du Geliebte, getröstet zurück.
Es müsse, wenn du schlummerst auf sinkendem Flaum,
Wie Hauche des Abends dir flüstern im Traum
Ein himmlisches Bübchen,
Gelagert im Grübchen
Der rosigen Wang', und dir zeigen das Bild
Von dem, der, o mein Mädchen, die Seele dir füllt'?