Das Meer liegt glatt

J. Staudigl

Das Meer liegt glatt und atmet kaum

In heißer Sonnenglut,

Nur meine Barke weckt den Schaum

Der bläulich hellen Flut.

Sonst ist es still, kein Windeshauch,

Kein ferner Ruderschlag;

Denn Wind und Wellen feiern auch

Der Ruhe heil'gen Tag.

Vom Felseneiland bläulich fern

Schaut still ein Kirchlein her,

Das kündet jetzt den Dienst des Herrn

Mit Glockenklang in's Meer.

In seinem Kahn der Fischer kniet

In frommer Andachtsruh,

Des Meeres fromme Welle zieht

Dem Felseneiland zu.

Der Kahn, den jetzt kein Ruder schwenkt,

Der folgt demselben Drang,

Die Wolke selbst zum Felsen lenkt —

Tut das im Meer der Klang?