Frühlingswanderschaft
J. Staudigl
Ach, wie so wonnig, durch Wälder und Felder zu streifen,
Glänzt dort uns sonnig die leuchtende, lockende Welt!
Freuden und Leiden, die Früchte des Lebens sie reifen
Herrlich hinieden vom Hauche des Frühlings geschwellt!
Hinaus, hinaus
Aus dem engen, dem dumpfigen Haus
In den leuchtenden Frühling hinaus!
Christ ist erstanden, die Erde sie gab ihn uns wieder,
Ringsum verschwanden die Klagen der Trauer und Qual.
So von den Todten, ein Heiland der Blüthen und Lieder
Steigt aus dem Boden der Frühling mit sonnigem Strahl!
Hinaus, hinaus
Aus der engen, der dumpfigen Pein
In den leuchtenden Frühling hinein!
Brüder, nun weiter, und laßt uns in Lieb' und in Scherzen
Jubelnd und heiter durchwandern die liebliche Pracht.
Lieder und Rosen laßt schmücken den Hut und die Herzen,
Küssen und kosen, was zum Küssen und Kosen gemacht!
Hinaus, hinaus,
Wie bald ist die Mailust doch aus,
In den leuchtenden Frühling hinaus!