Der Entschluß
J. Sterkel
Nein, nun hab' ich's fest beschlossen,
Traurig will ich nicht mehr sein,
Statt der Thränen, die oft flossen,
Fliesse Lachen, fliesse Wein,
Ob man traurig, ob verdrossen,
Alles ist doch einerlei.
Mag's an jenen Bergesspitzen,
Die im Kampf der Wolken stehn,
Immer donnern, immer blitzen,
Drunter oder drüber geh'n,
Narren mögen Sorgen schwitzen,
Alles ist doch einerlei.
Du, versüsse mir das Leben,
Du Natur, du Feld, du Hain,
Ich will nicht nach Grösse streben,
Nicht durch Zwang gefesselt sein,
Nicht auf Stelzen mühsam schweben,
Alles ist doch einerlei.
Nicht zu kühn bei dem Vergnügen,
Bei dem Unglück nicht zu klein,
Diesem nicht zu unterliegen,
Jenes nicht zu sehr mich freu'n:
Dies, dies seie mein Vergnügen,
Alles ist doch einerlei.