Der Graf und die Bäuerin
J. Sterkel
Graf.
Komm, Dirne! mit in Forst hinein,
Wo ich ein Reh dort schoss;
Die Bürde wird so schwer nicht sein,
Trag' mir sie hin ins Schloss;
Ich bin des Grafen Excellenz,
Sieh', dort blitz meine Residenz.
Bäuerin.
Und sollt ihr selbst der Kaiser sein,
Und euer Schloss die Welt;
So locket ihr in dunckeln Hain
Mich nicht vom lichten Feld;
Da schöss ich ja zu eurer Kuh
Noch einen grossen Bock dazu.
Bäuerin.
S'ist gar ein wunderliches Ding
Um einen gnäd'gen Herrn,
Doch willigt ihr in mein Beding,
Folg ich euch herzlich gern.
Wohl an! ich folge euch in Hain,
Führt ihr mich durch die Kirch hinein.
Graf.
Man scherzet nicht, du loses Ding
Mit seinen gnäd'gen Herrn,
Er lohnet gross und mühet g'ring,
Man dient ihm herzlich gern.
Wohl an! so folge mir in Hain,
Dein Lohn soll diese Börse sein.