Regensburgs Bürger an den 1. Januar 1803
J. Sterkel
Dich feire Jeder, welcher ein deutsches Herz
im Busen fühlet, welcher sein Vaterland
und Seine Fürsten, Helden,
Weisen ehrt und mit deutscher Freude segnet.
Du führst das große, festliche Jahr herauf,
das auf der Nachwelt
Rolle der Völkerbund beschworen
in der Friedens Eiche Schatten,
mit ew'ger Schrift bezeichnet.
Auch uns gefeiert sei, o Du Herrlicher,
mit dem Entzücken, welches nur stammeln kann,
und mit dem Blick, der aus der langen Kümmernacht
sich zur Wonn' erheitert.
Wir harrten zagend; aber sie tönte fort die Schlacht,
und dunkler wölkte die Zukunft sich.
Da brach ein Stern aus einer Wolke,
bald überglänzt von des Morgens Röthen,
und jetzt umstrahlet uns der entdämmerte,
der volle Tag.
O feiert ihn Jünglinge, mit hellerm Hinblick
in das Leben! Feiert ihn Greise, mit heitrer Ruhe!
Der Menschheit freundlich waltender Genius
(nur eine Wolke barg den Unsterblichen)
blickt auf versöhnte Nationen mit dem Lächeln
der Weihe nieder und auf die Fürsten,
welche nur Menschenglück als eignes achten,
denen der Friedenslaut wie eines Engels Harfenhymne
in den erschütterten Busen tönet.
Auf einem weilte lange des Genius still segnend Auge,
hob sich begeisterter empor zur Gottheit –
Eine Stimme wandelte nieder: Es herrsche Dalberg!