Sehnsucht

J. Sterkel

Schon nimmt in vertrauliches Düster

Dein freundliches Hüttchen mich ein!

Mich grüßet der Weste Geflüster,

Umathmet der duftende Hain!

Gelagert auf schwellendem Moose

Umfängt mich die Myrthe, die Rose --

Und leise, wie Saiten der Laute

Wiegt schmeichelnder Lüfte Gekose

In seelige Träume mich ein.

Was hält dich die Ferne befangen?

Was zögert dein irrender Fuß?

Ich stammle voll süßem Verlangen

Mit schmachtenden Lippen den Gruß!

Ich spähe mit sehnenden Blicken,

Ans stürmende Herz dich zu drücken --

O weile nicht länger, Naide!

Verscheuche des Wahnes Entzücken,

Verscheuch' ihn durch Göttergenuß!