Allgegenwart

J. Vesque von Püttlingen

Wo ich bin, fern und nah,

Stehen zwei Augen da,

Dunkelhell,

Blitzesschnell,

Schimmernd wie Felsenquell

Schattenumkränzt.

Wer in die Sonne sieht

Weiß es, wie mir geschieht;

Schließt er das Auge sein,

Schwarz und klein

Sieht er zwei Pünktelein

Übrall vor sich.

So auch mir immerdar

Zeigt sich dies Augenpaar,

Wachend in Busch und Feld,

Nachts wenn mich Schlaf befällt,

Nichts in der ganzen Welt

Hüllt mir es ein.

Gerne beschrieb' ich sie,

Doch ihr verstündet's nie:

Tag und Nacht,

Ernst, der lacht,

Wassers und Feuers Macht

Sind hier in eins gebracht,

Lächeln mich an.

Abends, wenn's dämmert noch,

Steig ich vier Treppen hoch,

Poch ans Tor,

Streckt sich ein Hälslein vor,

Wangen rund,

Purpurmund,

Nächtig Haar,

Stirne klar,

Drunter mein Augenpaar!