Ich komme nach!
J. Vesque von Püttlingen
Fast alle sind vorausgegangen,
An denen meine Seele hing,
Nicht wird sie mehr mein Arm umfangen,
Der sie so liebewarm umfing;
Ach, nimmer aus der Schläfer Kreise
Ruft sie mein heißes Sehnen wach,
Doch mir zum Troste flüst're ich leise:
Ich komme nach, ich komme nach!
In deines Lebens Blütetagen
Entschwandest du zur stillen Gruft,
Die tief im Herzen ich getragen,
Als wie den Edelstein die Kluft;
Nun bist du mir für immer ferne,
Du Rose, der der Dorn gebrach,
Doch wo du weilst, auch welchem Sterne,
Ich komme nach, ich komme nach!
Auch du, der mir im flücht'gen Wandern
Die Hand als treuer Bruder bot,
Und du und du und all' die andern,
Die mir vereint in Lust und Not,
Ihr seid dahin! Und trüb' und trüber
Umzieht die Nacht mich allgemach,
Doch ruf' ich froh zu euch hinüber:
Ich komme nach, ich komme nach!