Jenny Lind
J. Vesque von Püttlingen
Wärst du aus Blumen geboren,
Mit Strahlen des Himmels gesäugt,
Ja, dann begriff' ich den Zauber,
Den Duft, der den Tönen entsteigt.
Wärst du gewiegt auf den Wellen
Der blauen, unendlichen See,
Ja, dann verstünd' ich das Schwelgen
In Glück und Entzücken und Weh'.
Und wär' dir im glühenden Süden
Der Engel des Lebens genaht,
Unter Palmen am heiligen Ganges,
Unter Rosen am rauschenden Phrat.
Ja, dann begriff' ich den Segen,
Der den göttlichen Lippen entströmt,
Und wie zu dem kindlichsten Herzen
Die Macht des Sieges kömmt.
Die Macht der Tugend und Wahrheit,
Die strahlende Macht der Kunst,
Das weithin leuchtende Zeichen
Von Gottes herrlichster Gunst!