Das Kornschiffchen

J. Weismann

Um Mitternacht im Mondenschein

wogen im Winde die Ähren;

Leise huscht drüber das Kornschifflein,

wie wenn es Seefluten wären.

Um Mitternacht im Mondenschein

schaukelt's im Kornwellentanze,

seine Maste schimmern wie Elfenbein

und im Perlmutterglanze.

Um Mitternacht im Mondenschein

wiegt sich's bald unten, bald oben:

Seine Segel Libellenflügelein,

seine Taue von Spinnenweb gewoben.

Um Mitternacht im Mondenschein

die Segel schillernd schwellen,

Nachts fährt der König der Korngeistlein

auf den bleichen, den silbernen Wellen.