Die leisen Türen

J. Weismann

Du kommst und gehst. Die Türen fallen

Viel sanfter zu, fast ohne Wehn.

Du bist der Leiseste von allen,

die durch die leisen Häuser gehen.

Man kann sich so an dich gewöhnen,

dass man nicht aus dem Buche schaut,

wenn seine Bilder sich verschönen,

von deinem Schatten überblaut;

[weil dich die Dinge immer tönen,

nur einmal leis und einmal laut.]

Oft wenn ich dich in Sinnen sehe,

verteilt sich deine Allgestalt:

du gehst wie lauter lichte Rehe.

und ich bin dunkel und bin Wald.

Du bist ein Rad, an dem ich stehe:

von deinen vielen dunklen Achsen

wird immer wieder eine schwer

und dreht sich näher zu mir her,

und meine willigen Werke wachsen

von Wiederkehr zu Wiederkehr.