Die Rose
J. Weismann
Ich pflanzte eine Rose, eine zarte,
Im Friedhof, als mein Liebster zog in's Weite;
Doch wenn er wiederkehrt, wie ich erwarte,
Sühr' ich ihn auf die Stätte, die geweihte,
Und werd' ihm sagen: Sieh, wie blaß, wie leidend
Zum frühen Tod geneigt ist diese Rose!
So, süßes Leben! hast du, von mir scheidend,
Mich überlassen einem gleichen Loose;
Doch nun, da wiederum nach bangem Warten
Dein Arm mir Zuflucht ist vor allem Leide,
Pflanz' ich die Rose heim in ihren Garten,
Daß wir durch dich aufblühen alle beide.